Hallo Ihr Lieben,
wie Kerstin ja bereits berichtet hat, geht es Alice immer schlechter, obwohl keine Mittelmeerkrankheit diagnostiziert werden konnte. Also habe ich sie gestern zu Doc Borak nach Avsallar gebracht.
Seine erste Sichtprüfung bestätigte, dass es sich bei Alice um einen besonderen Fall handeln muss. Ihm fiel sofort auf, dass weder Kopf noch Vorderpfoten betroffen sind. Das ist eine sehr ungewöhnliche Erscheinung, da bei einem bakteriellen oder pilzartigem Befall, ein Hund durch das Lecken der Wunden automatisch die Erreger in diese Bereiche transportieren würde und sie sich gerade dort besonders zeigen würden.
Alice riecht fürchterlich. Der übrige Körper (von den Seiten abwärts) ist von diesen Wunden übersät. Er entschied sich zu einer Narkose, damit Alice geschoren werden kann und Proben für ein Labor in Istanbul entnommen werden können. In Anbetracht der völlig unklaren Ursache und den gerade beim Scheren herumwirbelnden Partikeln bestand Handschuh und Mundschutz-Pflicht zum Eigenschutz.
Während und nach der schwierigen Haarentfernung kam das volle Ausmaß der Hautschädigungen zum Vorschein. Hier eine Vielzahl der erschütternden Bilder:
Hier sieht man ganz gut die ehemaligen und längst verheilten Stellen (die hellen Hautstellen):
Der After:
Doc Borak hat danach die entsprechenden Proben entnommen und auch selbst einen Blick durchs Mikroskop geworfen. Erstaunlich ist ebenfalls, dass keine der (teilweise extrem tiefen) Wunden eitert und es sogar alte bereits verheilte Stellen an ihrem Körper gibt. Nachdem der Arzt die Schwere der Schädigungen erkannt hat, entschied er sich zu einer sofortigen und starken Behandlung mit Kortison, welches er entsprechend spritzte. Für ihn ist zur Zeit eine Autoimmunerkrankung am Wahrscheinlichsten und die Zeit drängt. Aus seiner Sicht sieht es aus, als ob die Haut förmlich nach außen "explodiert". Sie hat jedoch keine ungewöhnlich hohen Infektionswerte. Ihr Blutbild zeigt eine Annemie, aber ansonsten keine Auffälligkeiten. Das von Doc Talat verordnete Antibiotikum ist sehr gut, kann aber nur über einen kurzen Zeitraum gegeben werden, da es ansonsten die Nieren schädigen würde. Bei derart vielen Wunden muss Alice aber natürlich weiter Antibiotikum erhalten und Doc Borak hat ein anderes Präparat verschrieben. Wir warten nun noch auf die Laborergebnisse aus Istanbul. Sollte jetzt jedoch das Kortison nicht sofort anschlagen oder die Laborwerte wirklich genauen Aufschluß und somit eine maßgeschneiderte Behandlung offenbaren, werden wir Alice erlösen müssen. Die Hündin hat keine Lebensqualität mit diesem Leiden und muss permanent große Schmerzen aushalten. Sollte also die jetzige Behandlung nicht anschlagen oder ein (dann offensichtlich sehr seltener und damit spezieller) Erreger identifiziert werden können, müssen wir ihr weiteres Leiden ersparen.
Jetzt können wir nur Daumen und Pfoten drücken. Die Entscheidung wird in der nächsten Woche fallen und wir hoffen, dass es noch eine Chance gibt. Sollte das Kortison helfen können, bestätigt sich die Annahme von Doc Borak. In diesem Fall können die Wunden ausheilen und Alice würde für den Rest ihres Lebens Kortison benötigen, was aber sicher das kleinste Übel wäre. Alice ist höchstens 2-3 Jahre alt und eine ganz liebe Hündin. Wir hoffen so sehr, dass es für sie ein Happy End gibt...
Traurige Grüße
Elke