In diesem Monat erschütterte jedoch ein unerwartet dort auftauchendes, großes Hunderudel die dort eigentlich ruhigen Verhältnisse. Es handelte sich um eine nicht friedliche Meute, die dort geradezu in die Gegend einfiel. Natürlich wollten auch die 2 kleineren tapferen Hündinnen ihren Standort verteidigen. Leider selbstredend erfolglos. Einem Rudel mit mehreren großen Kangals stellt man sich definitiv nicht in den Weg. Die Situation war derart brenzlig, dass sofort die Stadt verständigt werden musste. Die Hundefänger kamen und konnten wenigstens einen Teil der aggressiveren Hunde einfangen und somit das Rudel auflösen. Die Tiere werden in solchen Fällen gefangen und in das neu gebaute Tierheim gebracht.
Elke suchte natürlich ihre Freunde. Sie hatte gesehen, dass Hündin Flusie in diesen Kämpfen verletzt worden war. Nun war kein bekanntes Fell mehr zu finden. Mit Hilfe von Freunden ging es zum Tierheim. Es ist hier nicht so ohne weiteres möglich, eingesammelte Straßenhunde wieder aus dem Tierheim zu bekommen. Zumindest wurden die Eingänge geprüft und es wurde gestattet die Neuzugänge der letzten 3 Tage sehen zu dürfen. Es muss nicht erwähnt werden, wie schrecklich es für jeden Tierfreund ist, dass geballte Elend in dem Tierheim zu sehen. Die Suche schien erfolglos, bis der begleitende Pfleger meinte, es gäbe noch eine Hündin die sich hinter einer Wand verstecken würde. Er holte sie hervor und es war Flusie. Eine vor Freude weinende Elke vor dem Käfig und eine Straßenhündin in die wieder Leben kam. Flusie kam sofort zum Gitter und das Erkennen war deutlich. Die Tierheim Leitung war sehr freundlich. Obwohl die damals gesetzte Ohrmarke nicht mehr am Platz war, vertraute sie der Erklärung und der Angabe welcher Tierarzt die Kastration durchgeführt hatte. Ursprünglich sollte sie mindestens zum Ausheilen der Bisswunden noch eine Woche dort bleiben, doch mit Betteln und Flehen gab es die Zustimmung zur sofortigen Freigabe. Vor Ort wurde nur eine neue Ohrmarke gesetzt und nochmal Wunden gereinigt und Antibiotika gespritzt. Dann durfte Fluse das Heim verlassen. Das verstörte Tier wedelte vor Freude heftigst mit dem Schwanz und es ist ein großes Glück das nette Mädel heraus bekommen zu haben.
Wilfried, der die Problematik hinsichtlich der Herausgabe von Tierheim-Tieren kennt, hat keine Minute gezögert und sofort ein Plätzchen für das Mädel im neuen Gehege gerichtet. Dort durfte sie sich zuerst alleine akklimatisieren und hat jetzt zwei Kollegen in vergleichbarer Größe hinzubekommen. Flusies Wunden müssen noch verheilen. Sie muss die letzten Tage verarbeiten und hat es verdient endlich ganz in Sicherheit zu sein.
Bekannt ist, dass sie in der Vergangenheit zweimal getragen hat, aber ihre Würfe nicht durchbekommen konnte. Flusie ist ein freundliches und sehr menschenorientiertes Mädel von vielleicht 3 Jahren und gerade kniehoch. Sie kam auf der Straße mit anderen Hunden und Katzen gut klar, ist freundlich aber nicht aufdringlich und einfach nur nett. Ihre kleinere Freundin am alten Platz konnte leider nicht gefunden werden und hat die Attacke des Rudels wahrscheinlich nicht überlebt. Flusie hatte großes Glück im Unglück!










