zu wenig






Es fing im Januar mit einer Bindehautentzündung an. Das Auge erholte sich recht schnell, aber das Fell rundherum ging immer mehr weg.
Über 3 Monate bei 2 Tierärztinnen, verschiedene Salben und Tropfen, eine Laboruntersuchung auf Pilz, es wurde immer schlimmer.


Da Jamila mittlerweile schrie wenn sie mit der Pfote das Auge berührte schlug meine Tierärztin vor, eine Biopsie zu machen. Es wurden 2 Gewebeproben entnommen und eingeschickt.
Am 30. April bekam ich das niederschmetternde Ergebnis: ein Mamatumor im Bauchraum, am Auge schon Metastasen
Ich hätte eine Szintigrafie machen lassen können um genau festzustellen, wo der Tumor im Bauch ist, aber was hätte uns das genutzt?
Meine TÄ schlug vor mir Prednisolon, einem cortisonhaltigem Präparat, zu behandeln, mit dem sie schon öfter gute Erfolge hatte.
Aber leider nicht bei Jamila
Es gab keinen Stillstand. Wir haben so sehr zusammen gekämpft. Wir konnten nicht gewinnen
Sie bekam täglich Schmerzmittel und Prednisolon, aber die Schmerzanfälle, bei denen sie das Auge rieb, geschrien und gefaucht hat, wurden häufiger.
Die Gratwanderung, ob sie noch Lebensqualität hatte oder ich sie erlösen sollte war schrecklich
Aber wenn sie mit hoch erhobenem Schwanz auf mich zukam und beim Streicheln anfing zu schnurren, habe ich immer gezweifelt.
Letztes Wochenende wurden die Attacken schlimmer, sie hat selbst ihre heiß geliebten Leckerlis kaum noch gefressen. Sie lag
teilweise apathisch da oder hat sich auf meine Füße gesetzt und mich angeguckt als ob sie sagen wollte "hilf' mir".
Ich habe ihr versprochen es zu tun.
Am Montagabend sind wir den letzten Weg gemeinsam gegangen. Meine TÄ hat sie nochmal abgehört und gesagt: es ist an der Zeit.
Jamila bekam zuerst eine Narkose und ist in meinen Armen eingeschlafen. Dann kam die letzte Spritze und sie durfte über die
Regenbogenbrücke gehen.




Ich habe sie - wie alle Katzen vor ihr - mit nachhause genommen. Sie schläft auf einem Bett aus Blumen.

Von 6 samtpfotigen Lebensgefährten vor einem Jahr leben jetzt noch 3
Hätte mir das jemand im Juli 2017 gesagt, ich hätte es nicht für möglich gehalten. Unglaublich was man ertragen kann und muß.
Sie war doch erst 9 Jahre alt.
Süsse Mila-Maus, mach's gut hinter der Brücke, grüß' alle meine Lieben die schon dort sind, such' Dir einen sonnigen Platz, lass' die
Seele baumeln und warte auf mich.
Wir sehen uns


