Paco wurde vom Auto angefahren
Verfasst: So 7. Jun 2020, 20:58
Auf der täglichen Futterrunde begrüßen mich an einer der Katzenfutterstellen auch Hunde die ich wirklich ins Herz geschlossen habe. Die Leute die dort wohnen sind sehr tierlieb und nehmen immer mal arme Hunde bei sich auf. Dort lebt BamBam, ein Kangal mit Wachstumsstörungen, dem wir mit Spezialfutter unterstützt und so zu vernünftigen Beinen verhelfen konnten. Auch ein Hundemädel mit übel abgeschnittenen Ohren wurde als ganz junger Welpe dort aufgenommen. Wir sponsorten Antibiotika und Wunddesinfektion. Ausserdem fand dort vor einigen Monaten Welpe Paco eine Zuflucht. Der junge Hund ist nun gerade 10 Monate jung und ausgerechnet am Zuckerfest wurde er dort direkt vor dem Haus von einem Auto übel angefahren. Der Fahrer ist natürlich sofort geflüchtet und sein Herrchen stand am Abend ganz aufgelöst bei mir vor der Tür...

Nun ist es nicht einfach an einem solch hohen Festtag unter der Erschwernis der Corona-Ausgangssperre einen Tierarzt zu bekommen. Das etwas gebrochen war und Paco Schmerzen hatte war klar, aber wir konnten nicht helfen, außer mit einem Schmerzmittel. Am nächsten Tag bekam der tierliebe Mann zwar einen Tierarzt zu Paco, doch als er über die notwendige OP aufgeklärt wurde und die Kosten erfuhr, war er ganz verzweifelt und schickte den Tierarzt wieder fort.
Nun befanden wir uns in der Zwickmühle. Unser Tierschutz ist auf herrenlose Straßentiere ausgerichtet und natürlich können wir nicht damit anfangen für Hundehalter etwaige Tierarztkosten zu übernehmen. Nun wissen wir jedoch, dass die Familie dort bescheiden lebt und aktuell nur die Versehrtenrente eines Mannes im Rollstuhl für ihr Auskommen hat. Zudem kaufen sie sich keine modernen Rassehunden, sondern haben Notfelle aus dem Dorf eine Unterkunft gewährt. Aus diesem Grunde haben wir ja bereits dort immer ein wenig unterstützt. Erst neulich kümmerten wir uns um einen Tierarzt der einen sehr alten Hund dort in Würde gehen liess und ihm einen qualvollen und langsamen Tod ersparte. Paco kenne ich seitdem er dort leben darf und es brach mir das Herz, als ich erfuhr, dass der Mann sich nicht anders zu helfen wusste, als Paco als verletztes Straßentier ins Tierheim zu geben. Dies tat er nur, damit dem Hund geholfen werden sollte und ihm war klar, dass er ihn nicht zurückbekommen würde...
Die Vorstellung, dass Paco dort jetzt irgendwo lag, sicherlich nicht gut versorgt und dann als Krüppel irgendwo im Stadtgebiet rausgesetzt würde, war unerträglich. Also sind Ayhan und ich ins Tierheim gefahren und Ayhan hat hart gekämpft um Paco wieder herauszubekommen. Seine Bemühungen, seine guten Kontakte zu den Amtstierärzten & dem türkischen Tierschutz sowie der Bekanntheit mit der Heimleitung, brachten das schwierige Unterfangen zu einem glücklichen Ende. Paco wurde an mich übergeben und nur zu gern quittierte ich für den Hund. Es war so traurig. Obwohl Paco dort 4 Tage war, hatte er lediglich Antibiotika-Infusionen bekommen und nichts war an seinen Knochen gemacht worden. Es hieß es wäre ein Femurkopfbruch...
Als erstes brachten wir den verstörten liebe Kerl zurück in sein Zuhause. Paco winselte vor Freude und leckte uns die ganze Zeit ab. Trotz seines Zustandes war er nur froh wieder an seinem Platz, bei seinen Leuten und Hundefreunden zu sein. Dann gab es eine kurze interne Verständigung und ich hatte Tränen in den Augen, als ganz schnell klar war, dass Paco zu unserem Tierarzt darf und die Tierfreunde dem jungen Hund eine gute Versorgung ermöglichen. Es wurde toll gespendet, Sammelbüchsen geprüft und der Erlös von privatem Coronamasken-Verkauf für Paco gegeben. Ich kann nur sagen
Tierfreunde!! Ihr seid einfach toll!!
Da wir der Aussage des Tierheims nicht ganz vertraut haben, ging es sogar nach Avsallar zum "Knochenspezialisten" Borak Pelenk. Eine gute Entscheidung, denn sein Femurkopf ist bestens. Das Problem war der Oberschenkel an sich, wie ihr auf dem Röntgenbild sehen könnt. Ein wirklicher übler Bruch, der Paco ungerichtet ein Leben lang Schmerzen und Humpeln beschert hätte.
Das Hauptproblem bestand in der zwischenzeitlich verlorenen Zeit. Der Tierarzt erklärte, dass genau dort der größte Muskel des Hundekörpers sitzt und der bei einer Fraktur die Spannung verliert und sich in sich zusammenzieht. Paco ging in den OP und Tierarzt Borak Pelenk gab sein Bestes, damit das Bein nicht verkürzt werden musste. Die Operation dauerte 2,5 Stunden. Es wurde geschraubt und mit einer Titanplatte gestützt. Als der Tierarzt aus dem OP kam, war er kletschnaß geschwitzt und musste sich erstmal umziehen. Da begreift man, was für harte Arbeit derartige Arbeiten am Knochen seien können.
Die gute Nachricht: Schaut euch das Röntgenbild nach der OP an! Der Oberschenkel ist gerichtet. Der Muskel konnte vollständig gespannt werden und das Bein ist lediglich 3 mm kürzer wie zuvor. Paco hat es geschafft!











Nun muss er sich für 6 Wochen in absolute Ruhe begeben. Das Ganze muss vernünftig heilen. Er ist nicht bei mir im Notfallzwinger, weil ich ihm nicht wieder eine fremde Umgebung antun wollte und die Leute sich dort auch sehr lieb um ihn kümmern. Natürlich besuche ich ihn jeden Tag. Seine Naht sieht gut aus. Die Schmerzen klingen langsam ab. Jetzt muss er halt die 6 Wochen im Mini-Hühnerstall ausharren, damit er das Bein nicht unbedacht belastet. Aber er darf zum Lösen immer mal kurz an der Leine hinaus und ist sichtlich froh, zumindest in seinem bekannten Umfeld zu sein.









Im Namen von Paco euch ein ganz ganz großes

Nun ist es nicht einfach an einem solch hohen Festtag unter der Erschwernis der Corona-Ausgangssperre einen Tierarzt zu bekommen. Das etwas gebrochen war und Paco Schmerzen hatte war klar, aber wir konnten nicht helfen, außer mit einem Schmerzmittel. Am nächsten Tag bekam der tierliebe Mann zwar einen Tierarzt zu Paco, doch als er über die notwendige OP aufgeklärt wurde und die Kosten erfuhr, war er ganz verzweifelt und schickte den Tierarzt wieder fort.
Nun befanden wir uns in der Zwickmühle. Unser Tierschutz ist auf herrenlose Straßentiere ausgerichtet und natürlich können wir nicht damit anfangen für Hundehalter etwaige Tierarztkosten zu übernehmen. Nun wissen wir jedoch, dass die Familie dort bescheiden lebt und aktuell nur die Versehrtenrente eines Mannes im Rollstuhl für ihr Auskommen hat. Zudem kaufen sie sich keine modernen Rassehunden, sondern haben Notfelle aus dem Dorf eine Unterkunft gewährt. Aus diesem Grunde haben wir ja bereits dort immer ein wenig unterstützt. Erst neulich kümmerten wir uns um einen Tierarzt der einen sehr alten Hund dort in Würde gehen liess und ihm einen qualvollen und langsamen Tod ersparte. Paco kenne ich seitdem er dort leben darf und es brach mir das Herz, als ich erfuhr, dass der Mann sich nicht anders zu helfen wusste, als Paco als verletztes Straßentier ins Tierheim zu geben. Dies tat er nur, damit dem Hund geholfen werden sollte und ihm war klar, dass er ihn nicht zurückbekommen würde...
Die Vorstellung, dass Paco dort jetzt irgendwo lag, sicherlich nicht gut versorgt und dann als Krüppel irgendwo im Stadtgebiet rausgesetzt würde, war unerträglich. Also sind Ayhan und ich ins Tierheim gefahren und Ayhan hat hart gekämpft um Paco wieder herauszubekommen. Seine Bemühungen, seine guten Kontakte zu den Amtstierärzten & dem türkischen Tierschutz sowie der Bekanntheit mit der Heimleitung, brachten das schwierige Unterfangen zu einem glücklichen Ende. Paco wurde an mich übergeben und nur zu gern quittierte ich für den Hund. Es war so traurig. Obwohl Paco dort 4 Tage war, hatte er lediglich Antibiotika-Infusionen bekommen und nichts war an seinen Knochen gemacht worden. Es hieß es wäre ein Femurkopfbruch...
Als erstes brachten wir den verstörten liebe Kerl zurück in sein Zuhause. Paco winselte vor Freude und leckte uns die ganze Zeit ab. Trotz seines Zustandes war er nur froh wieder an seinem Platz, bei seinen Leuten und Hundefreunden zu sein. Dann gab es eine kurze interne Verständigung und ich hatte Tränen in den Augen, als ganz schnell klar war, dass Paco zu unserem Tierarzt darf und die Tierfreunde dem jungen Hund eine gute Versorgung ermöglichen. Es wurde toll gespendet, Sammelbüchsen geprüft und der Erlös von privatem Coronamasken-Verkauf für Paco gegeben. Ich kann nur sagen
Da wir der Aussage des Tierheims nicht ganz vertraut haben, ging es sogar nach Avsallar zum "Knochenspezialisten" Borak Pelenk. Eine gute Entscheidung, denn sein Femurkopf ist bestens. Das Problem war der Oberschenkel an sich, wie ihr auf dem Röntgenbild sehen könnt. Ein wirklicher übler Bruch, der Paco ungerichtet ein Leben lang Schmerzen und Humpeln beschert hätte.
Das Hauptproblem bestand in der zwischenzeitlich verlorenen Zeit. Der Tierarzt erklärte, dass genau dort der größte Muskel des Hundekörpers sitzt und der bei einer Fraktur die Spannung verliert und sich in sich zusammenzieht. Paco ging in den OP und Tierarzt Borak Pelenk gab sein Bestes, damit das Bein nicht verkürzt werden musste. Die Operation dauerte 2,5 Stunden. Es wurde geschraubt und mit einer Titanplatte gestützt. Als der Tierarzt aus dem OP kam, war er kletschnaß geschwitzt und musste sich erstmal umziehen. Da begreift man, was für harte Arbeit derartige Arbeiten am Knochen seien können.
Die gute Nachricht: Schaut euch das Röntgenbild nach der OP an! Der Oberschenkel ist gerichtet. Der Muskel konnte vollständig gespannt werden und das Bein ist lediglich 3 mm kürzer wie zuvor. Paco hat es geschafft!











Nun muss er sich für 6 Wochen in absolute Ruhe begeben. Das Ganze muss vernünftig heilen. Er ist nicht bei mir im Notfallzwinger, weil ich ihm nicht wieder eine fremde Umgebung antun wollte und die Leute sich dort auch sehr lieb um ihn kümmern. Natürlich besuche ich ihn jeden Tag. Seine Naht sieht gut aus. Die Schmerzen klingen langsam ab. Jetzt muss er halt die 6 Wochen im Mini-Hühnerstall ausharren, damit er das Bein nicht unbedacht belastet. Aber er darf zum Lösen immer mal kurz an der Leine hinaus und ist sichtlich froh, zumindest in seinem bekannten Umfeld zu sein.









Im Namen von Paco euch ein ganz ganz großes




